Australia here I come !!
Hallo ihr Lieben, how’s it going?
Nachdem wir 3 1/2 wunderbare Wochen bei unserer
Lieblings-Familie Holmes verbracht und einen tollen Wochenendausflug zum Lake
Tekapo unternommen hatten, ging es für uns weiter nach Christchurch. Dort
mussten wir dann endlich DAS in Angriff nehmen, was wir schon längere Zeit vor
uns hergeschoben hatten – den Autoverkauf!
| Lake Tekapo |
| Erklimmung des Mount John beim Lake Tekapo |
Wir hatten ungefähr noch zwei Wochen in dieser eher
bescheidenen Stadt zur Verfügung und uns schon im Voraus um einen neuen
Wwoofing-Platz für eine Woche direkt in der Stadt gekümmert, um von dort aus
Pläne zu schmieden, wie es denn am besten klappen könnte, das Gefährt
schnellstmöglich loszuwerden. Beim Wwoofing war es erneut unsere Aufgabe, auf
die Kids aufzupassen und ein wenig im Haus mit Putzen etc. mitzuhelfen...
obwohl es uns am Schluss so vorkam, als hätten wir überhaupt nichts gearbeitet!
Wunderschöne Ausflüge von Christchurch aus waren die
Halbinsel „Banks Peninsula“ und die
kleine Stadt Kaikoura, wo wir spontan einen Whale-Watching-Flug unternommen
haben. Zudem konnten wir einen Freund wiedertreffen, durch den wir ganz
unerwartet inmitten einer großen Studenten-Party landeten – good times!
| Banks Peninsula |
| Traumhafte Sonnenuntergänge bis zum Abwinken - Rückweg von der Banks Peninsula nach Christchurch |
| Whale Watching in Kaikoura |
Das Auto-Flyer-in-Hostels-Verteilen und
Anzeigen-im-Internet-Posten wollte trotz aller Mühe nicht funktionieren und so
war es letztendlich eine zufällige Begegnung, durch die wir das Auto verkaufen
konnten – zwei Franzosen, die wir in einem Hostel kennengelernt hatten,
interessierten sich tatsächlich für unser Auto! Nachdem wir das Geld in unseren
Händen hielten, fiel uns wirklich ein Stern vom Herzen! Ich dachte schon, wir
müssen es für $300 an einen Autohändler abgeben… Aber hey, nochmal alles gut
gegangen! Auto (Ver-)Kauf ist in Neuseeland übrigens total unkompliziert.
Käufer und Verkäufer treffen sich im Postoffice um die „Ownership“ zu
übertragen. Nach 10 Minuten ist das Ganze dann auch schon erledigt! Kein
Papierkram- nichts!
| Letzte Fahrt mit unserem Fridolin |
Ohne Auto hieß es dann wieder Riesenrucksäcke packen und per Flugzeug nach Auckland! Somit waren wir am Ende unserer Reise wieder an unserem ursprünglichen Startpunkt angelangt und konnten dieses Mal die Stadt und ihre schönen Ecken ohne Stress genießen: tagsüber durch die Einkaufstraße und am Hafen entlang schlendern, mit der Fähre auf die Vulkaninsel „Rangitoto“ und abends von Bar zu Bar ziehen. Zudem konnten wir nach langem Warten unsere liebe Freundin Hala auf Tapas, Sangria und einige Erzählungen wiedertreffen. Mit all diesen schönen Momenten hatten wir wunderbare letzte Tage in Neuseeland und einen tollen Abschluss der Reise – nun ja, erst einmal für Lena. Für mich ging es von Auckland aus nämlich noch weiter: 1 Monat Australien !!
| Aucklands Sykline von der Fähre aus |
| Auckland Harbour |
Gestartet sind wir – Dunja, Patricia und ich – in Brisbane, von wo aus wir in fünf Tagen mit einem gemieteten Campervan über die Gold Coast und Byron Bay nach Sydney fuhren. Mit guter Musik, scheinender Sonne und der Küste zu seiner Linken war das Roadtrip-Gefühl komplett. Auf der Strecke machten wir unter anderem Halt beim „Currumbin Wildlife Sanctuary“, einem Wildpark mit Koalas, Kängurus, Krokodilen, Papageien und den ein oder anderen exotischen Tieren. Hier wurde es mir dann endlich richtig bewusst – wir sind ernsthaft in Australien!
In Sydney angekommen, gaben wir den Campervan ab und das
Reisen via Bus und Hostels begann – auch für mich eine neue Erfahrung, da ich’s
bisher ja fast nur gewohnt war mit beziehungsweise in einem Auto unterwegs zu sein.
In Sydney standen natürlich die berühmte Harbour Bridge und das Opera House
ganz oben auf der To-See-Liste! Feiern, durch die Einkaufsläden flanieren, auf
einen Markt im tollen Stadtteil „The Rocks“ gehen und stundenlanges grandiosen
Straßenmusikern Zuhören kam ebenfalls nicht zu kurz. Das mehrwöchige „Vivid
Festival“ war zu dieser Zeit in Sydney im Gange, bei dem viele
Sehenswürdigkeiten, Gebäude und andere Gegenstände bei Dunkelheit in
verschiedensten Lichtern und Mustern beleuchtet werden - dementsprechend war
einiges los!
Von Sydney aus ging es mit dem Nachtbus nach Melbourne (12 Stunden Fahrt), eine kunstreiche und wunderschöne Stadt im Südosten Australiens, von wo aus wir den ultimativen Roadtrip unternahmen: die Great Ocean Road! Durch facebook hatten wir zuvor in einer Gruppe gepostet, ob jemand ein Auto zu Verfügung hat und diesen Trip mit uns drei Mädels machen mag – tatsächlich hatte sich direkt jemand gemeldet! Und so saßen wir um 9 Uhr morgens mit dem Franzosen Damien in seinem Auto in Richtung Beginn der Great Ocean Road, die an tollen Aussichtspunkten, zutraulichen Papageien, Wasserfällen, Landschaften, Koalas, durch Regenwald und an der beeindruckenden Küste entlang führt! Wir hatten einen super Tag mit viel Lachen, Fotos schießen und Landschaft genießen. Wieder in der Stadt Melbourne angekommen, trafen wir eine Freundin Dunjas, die uns die schönsten Ecken Melbournes zeigte , mit uns auf einen großen Nachtmarkt ging und uns das beste Shoppingcenter zeigte haha! In Melbourne mussten Dunja und ich uns von Patricia verabschieden, da es für sie nach 12 Tagen schon wieder nach Hause ging. So waren wir nur noch zu zweit auf dem Flug von Melbourne zum nördlichen Cairns. (Erhofft euch bitte nicht zu viel von Schlafmöglichkeiten in Melbourne’s Flughafen, nur weil man sich eine unnötig kurze Nacht im Hostel sparen möchte, da der Flieger schon morgens um 6 geht – der Versuch dort zu schlafen ist bei uns zumindest gescheitert!)
| GREAT OCEAN ROAD |
Bei der Landung in Cairns kam ich mir vor, als würden wir
uns in einer großen weißen Wolke befinden! Das tolle Wetter, das wir bisher
hatten, wurde hier von Wolken, Regen und Schwüle abgelöst. Aber nichts desto
trotz, konnte unsere Vorfreude auf einen ganz besonderen Trip nicht getrübt
werden: Schorcheln im Great Barrier Reef! Nach einer mega guten Nacht in der
Bar neben unserem Hostel, ging es am nächsten Morgen in der Früh zum Hafen
Cairns‘ von wo aus wir mit „Ocean Freedom“ zum Great Barrier Reef ablegten.
Durch das schlechte Wetter hatten wir einen heftigen Wellengang und der ein
oder andere musste sich über die Reling bücken… Nach einer Stunde Fahrt und
Ankunft am Riff, ging es an die Schnorchelausrüstung und ab in’s 26°C warme
Meer (man beachte, es ist gerade Winter in Australien!). Was für eine hammer
Erfahrung – Schwimmen mit Meeresschildkröten, Riffhaien und den verschiedensten
und bunten Fischen: sowas von ein Highlight meiner Reise! Trotz Erschöpfung
nach dem ganzen Tag im Wasser und auf See, stand einer weiteren Nacht in der
Bar nichts im Wege. Einstimmende Live-Musik , Cider, freien Sekt für Ladies und
ein anschließender Dj machten den Abend perfekt… und so hatten wir am nächsten
Morgen nach nur zwei Stunden Schlaf „leichte“ Probleme aus dem Bett zu kommen,
auszuchecken und es pünktlich zum Bus zu schaffen, zu dessen Haltestelle wir
wie bepackte Esel durch strömenden Regen rennen mussten! Aber nochmal alles gut
gegangen – und die sechsstündige Fahrt gab uns etwas Zeit zum ausnüchtern haha!
Nächster Stop und neue Erfahrung war die kleine Ortschaft
Bingil Bay bei Mission Beach, die direkt am Regenwald liegt, in der wir zum
ersten Mal Couchsurfing machten! (Couchsurfing = ein „internetbasiertes Gastfreundschaftsnetzwerk“,
durch das man freie Betten in anderen Zuhausen all over the world finden kann.)
Das Wetter hatte sich leider noch immer nicht gebessert. Die Hängematte auf dem
Balkon kam uns daher gerade Recht und so genossen wir die Sicht auf Meer,
exotische Vögel und den Garten, der mit seinen Palmen, Mango-, Bananen- und
Sternfruchtbäumen eher einem Regenwald glich. Abends kochte Jonas sogar für uns–
eine super erste Couchsurfing-Erfahrung!
Leider konnten wir nur eine Nacht bleiben und so ging’s am nächsten Tag schon weiter zum unscheinbaren „Bowen“. Dieser Halt kam durch eine Begegnung in Melbourne zu Stande. Hier hatten wir jemanden kennengelernt, bei dessen Eltern wir nun für eine Nacht unterkommen konnten. Anfangs waren wir um ehrlich zu sein etwas geschockt, da wir nicht mit Big Mama und angetrunkenem Dad gerechnet hatten, aber nach witzigen Gesprächen und im Haus angekommen fühlten wir uns direkt wohl. Wir hatten unser eigenes Zimmer mit zwei bequemen Betten, einen Kühlschrank voller Softdrinks, eine Terrasse, auf der sich endlich mal wieder die Sonne blicken ließ und ein köstliches typisch australisches Abendessen! Am nächsten Tag wurden wir sogar noch auf Fish ‘n Chips zum Strand eingeladen, zur Bushaltestelle gebracht und herzlich verabschiedet – selten so gastfreundliche und herzliche Menschen kennengelernt!
Im Bus sitzend wurde uns dann bewusst, was bevorstand: 14
Stunden Busfahrt – juhu! Next Stop: Rainbow Beach. Von hier aus ging’s nämlich
zur berühmten Fraser Island, eine paradiesische Insel nur wenige Kilometer vom
Festlang entfernt, auf der mehrtägige Touren angeboten werden. Wir waren mit
„Pippies Beachhouse“ unterwegs und blieben zuerst eine Nacht in deren Hostel. Man trifft sich am vorherigen Tag der
eigentlichen Tour, um die Gruppen einzuteilen, pro Gruppe Essen für die
nächsten drei Tage einzukaufen und allgemeine Dinge über das Leben auf der
Insel zu erfahren. Wichtig hier ist zum Beispiel das Verhalten wenn man einem
Dingo begegnet oder wie man richtig auf Sand und im Regenwald Auto fährt – dies
war nämlich Teil der Erfahrung, selbst im 4WD auf der Insel fahren! Aufgeklärt,
mit Essen, Alkohol undSchlafsäcken ausgestattet, ging es am nächsten Morgen
mit vier Autos und insgesamt 30 Leuten
mit der Fähre auf die Insel. Dort verbrachten wir drei wunderschöne Tage und
zwei Nächte im Camp: Atemberaubende Sicht auf funkelndes Meer, weißer und
goldfarbener Strand, kühle Erfrischungen in glasklaren und türkisblauen Seen,
neue Bekanntschaften, anstrengende Wege durch Sanddünen, spannendes Beobachten
von Walen, Delfinen, Meeresschildkröten, Rochen und Haien von einer Klippe aus,
entspannendes Sonnen, sich auf einem einer Quelle entsprungenen Bach mit
Schwimmring treiben lassen, gemütliche Abende am Lagerfeuer und ultimatives
Freie-Gefühl, wenn man mit guter Musik, offenen Fenstern und Sonnenbrille auf
der Nase auf Sand und am Meer entlang fährt – hach wenn ich gerade die Bilder
wieder in meinem Kopf aufleben lasse, kommt sofort das Fernweh in mir auf und
ich wünschte ich könnte wieder zurück!
Doch auch diese hammer Erfahrung ging irgendwann zu Ende und so saßen wir wieder mit den Autos auf der Fähre zum Festland. Nach tollem letzten Abend mit Musik, Lagerfeuer und netten Leuten in Rainbow Beach, ging es am nächsten Morgen weiter nach Noosa.
| kristallklare Seen |
![]() |
| Gruppe 1 - mit unserem Tourguide Brett ganz vorne |
Doch auch diese hammer Erfahrung ging irgendwann zu Ende und so saßen wir wieder mit den Autos auf der Fähre zum Festland. Nach tollem letzten Abend mit Musik, Lagerfeuer und netten Leuten in Rainbow Beach, ging es am nächsten Morgen weiter nach Noosa.
Noosa an der Sunshine Coast – Surfer, Beach, Sonne, Meer und
einfach easy-going! Diese Stadt hatte uns beiden wirklich super gefallen und
ich war traurig zu wissen, dass wir auch hier wieder nur eine Nacht zur
Verfügung hatten – aber so ist das nun mal, wenn man sich die ganze Ostküste
Australiens in einem Monat reinzieht! Wir übernachteten in dem besten Hostel
bisher, schlenderten durch die Stadt, die vielen hübschen Läden, am Meer
entlang und machten abends noch ein paar Bars unsicher. Hier hätte es sich
wirklich gelohnt, auch noch länger zu bleiben!
Nächster Stop: Brisbane, again! Auch wenn ich gar nicht
unbedingt nochmal in diese Stadt hätte gehen müssen, hatten wir dort eine
Übernachtung eingeplant, da Dunja von hier aus wieder nach Neuseeland flog, um
weitere eineinhalb Monate als Au-Pair zu arbeiten. Zum Abschluss ging es abends
mit Leuten aus dem Hostelzimmer Live-Musik-lauschend Cocktails trinken. Damit
war dann tatsächlich schon der Zeitpunkt erreicht, ab dem ich „alleine“ für 10
weitere Tage in Australien unterwegs war – aber ganz ehrlich, das war überhaupt
kein Problem!
Von Brisbane ging es für mich nach Byron Bay, wo wir schon
einmal eine Nacht verbracht hatten und es mir schon damals super gut gefallen
hatte. Hier hatte ich für vier Nächte ein Bett in der legendären „Art’s Factory“,
in der es total chillig zugeht und es einem nie langweilig wird, da man einfach
so viele Leute kennenlernt. Der Zufall wollte es so, dass Sandra und Meike,
zwei Freundinnen von zu Hause, zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls in Byron waren.
So verbrachten wir tolle Tage zusammen: Strand, Stadt, zusammen Kochen, abends
was trinken und weggehen. An einem Abend gab es in der Bar neben dem Hostel
eine Open-Mic-Night, was so viel bedeutet, dass man sich spontan in eine Liste
einträgt und zwei Songs vor Puplikum
performt. Sobald einer erfahren hatte, dass ich Musik mache, wollten auf
einmal alle, dass ich mich eintrage und spiele. Na klar, dachte ich: why not?!
Und so saß ich mit Gitarre und Mikro vor Publikum und meiner persönlichen Hostel-Groupie-Gang
auf der Bühne – super Abend! Der Tag wurde perfekt, als ich bei einem Quiz im
Hostel eine Kajak Fahrt gewann. Somit hatte ich einen hammer letzten Tag in
Byron, auch wenn die Kajak-Tour total verregnet war. Während andere dachten,
der Trip wäre total versaut, fand ich es einfach nur geil! Ganz ehrlich, die
Wellen, der Regen und der anschließende Regenbogen gaben mir ein richtiges
Ich-lebe-Gefühl!
Von Byron Bay ging’s erneut nach Sydney und dieses Mal für vier Nächte! Dies gab mir Zeit mehr von Sydney als „nur“ Harbour Bridge, Opera House, The Rocks und George Street zu sehen. Ich besuchte den Botanischen Garten, machte eine kostenlose Stadttour, fuhr mit der Fähre nach Manly, um dort einen 10km Walk entlang der Küste und kleinen Häfen zu laufen und stundenlang die Surfer zu beobachten, schlenderte erneut am Hafen Sydney’s entlang (das könnte man endlos machen, glaubt mir), ging abends mit neuen Freunden aus meinem Hostelzimmer feiern und nahm am vom Hostel organisierten Beach Walk von Coogee Bay über mehrere Strände zum berühmten Bondi Beach teil. Ich mochte Sydney ja beim ersten Mal schon total, aber der zweite Besuch hat dies nochmal getoppt! Der Beach Walk war an meinem letzten Tag in Australien und ganz ehrlich, was gibt es für einen besseren Abschluss als Strand, Meer, perfektes Wetter, coole Leute, barfuß durch Sand und Salzwasser laufen? – für mich jedenfalls keinen!
…und so schnell war meine Reise dann wirklich zu Ende! Beim
Stopover in Taipeh überwog zwar die Vorfreude auf meine Familie und die engsten
Freunde, aber ich war mir schon dort sicher, dass es nicht lange dauern wird,
bis ich sehnsüchtig das Spontane, das Hören von verschiedenen Sprachen, das
Meer und einfach das entspannte Leben vermissen werde – und so kam es auch! Ich
bin mir aber hundertprozentig sicher, dass diese wunderbare Reise keinen falls
meine Letzte war! Es gibt noch so viel mehr von dieser wunderschönen Welt zu
erleben und zu erkunden… da wäre es doch absurd, es nur bei dieser einen Reise
zu belassen!
Ich liebe mein Leben und diese Erfahrung hat mich zu einem so
glücklichen Menschen gemacht. Ich hatte ultra coole, lehrreiche,
beeindruckende, interessante, sorgenlose und wunderschöne acht Monate! Ich bin
so dankbar, dass ich diese Momente sammeln durfte!
Cheers to that!!
Eure Greta



