Montag, 20. Juli 2015

ZWISCHEN NEUSEELAND UND HEIMAT

Australia here I come !!

Hallo ihr Lieben, how’s it going?

Nachdem wir 3 1/2 wunderbare Wochen bei unserer Lieblings-Familie Holmes verbracht und einen tollen Wochenendausflug zum Lake Tekapo unternommen hatten, ging es für uns weiter nach Christchurch. Dort mussten wir dann endlich DAS in Angriff nehmen, was wir schon längere Zeit vor uns hergeschoben hatten – den Autoverkauf!

Lake Tekapo

Erklimmung des Mount John beim Lake Tekapo

Wir hatten ungefähr noch zwei Wochen in dieser eher bescheidenen Stadt zur Verfügung und uns schon im Voraus um einen neuen Wwoofing-Platz für eine Woche direkt in der Stadt gekümmert, um von dort aus Pläne zu schmieden, wie es denn am besten klappen könnte, das Gefährt schnellstmöglich loszuwerden. Beim Wwoofing war es erneut unsere Aufgabe, auf die Kids aufzupassen und ein wenig im Haus mit Putzen etc. mitzuhelfen... obwohl es uns am Schluss so vorkam, als hätten wir überhaupt nichts gearbeitet!

Wunderschöne Ausflüge von Christchurch aus waren die Halbinsel  „Banks Peninsula“ und die kleine Stadt Kaikoura, wo wir spontan einen Whale-Watching-Flug unternommen haben. Zudem konnten wir einen Freund wiedertreffen, durch den wir ganz unerwartet inmitten einer großen Studenten-Party landeten – good times!

Banks Peninsula
Traumhafte Sonnenuntergänge bis zum Abwinken - Rückweg von der Banks Peninsula nach Christchurch
Whale Watching in Kaikoura

Das Auto-Flyer-in-Hostels-Verteilen und Anzeigen-im-Internet-Posten wollte trotz aller Mühe nicht funktionieren und so war es letztendlich eine zufällige Begegnung, durch die wir das Auto verkaufen konnten – zwei Franzosen, die wir in einem Hostel kennengelernt hatten, interessierten sich tatsächlich für unser Auto! Nachdem wir das Geld in unseren Händen hielten, fiel uns wirklich ein Stern vom Herzen! Ich dachte schon, wir müssen es für $300 an einen Autohändler abgeben… Aber hey, nochmal alles gut gegangen! Auto (Ver-)Kauf ist in Neuseeland übrigens total unkompliziert. Käufer und Verkäufer treffen sich im Postoffice um die „Ownership“ zu übertragen. Nach 10 Minuten ist das Ganze dann auch schon erledigt! Kein Papierkram- nichts!



Letzte Fahrt mit unserem Fridolin

Ohne Auto hieß es dann wieder Riesenrucksäcke packen und per Flugzeug nach Auckland! Somit waren wir am Ende unserer Reise wieder an unserem ursprünglichen Startpunkt angelangt und konnten dieses Mal die Stadt und ihre schönen Ecken ohne Stress genießen: tagsüber durch die Einkaufstraße und am  Hafen entlang schlendern, mit der Fähre auf die Vulkaninsel „Rangitoto“ und abends von Bar zu Bar ziehen. Zudem konnten wir nach langem Warten unsere liebe Freundin Hala auf Tapas, Sangria und einige Erzählungen wiedertreffen. Mit all diesen schönen Momenten hatten wir wunderbare letzte Tage in Neuseeland und einen tollen Abschluss der Reise – nun ja, erst einmal für Lena. Für mich ging es von Auckland aus nämlich noch weiter: 1 Monat Australien !!

Aucklands Sykline von der Fähre aus
Auckland Harbour

Gestartet sind wir – Dunja, Patricia und ich – in Brisbane, von wo aus wir in fünf Tagen mit einem gemieteten Campervan über die Gold Coast und Byron Bay nach Sydney fuhren.  Mit guter Musik, scheinender Sonne und der Küste zu seiner Linken war das Roadtrip-Gefühl komplett. Auf der Strecke machten wir unter anderem Halt beim „Currumbin Wildlife Sanctuary“, einem Wildpark mit Koalas, Kängurus, Krokodilen, Papageien und den ein oder anderen exotischen Tieren. Hier wurde es mir dann endlich richtig bewusst – wir sind ernsthaft  in Australien!


barfuß durch den Sand - Surfers Paradise
Gold Coast
unser Camper
Currumbin Wildlife Sanctuary





In Sydney angekommen, gaben wir den Campervan ab und das Reisen via Bus und Hostels begann – auch für mich eine neue Erfahrung, da ich’s bisher ja fast nur gewohnt war mit beziehungsweise in einem Auto unterwegs zu sein. In Sydney standen natürlich die berühmte Harbour Bridge und das Opera House ganz oben auf der To-See-Liste! Feiern, durch die Einkaufsläden flanieren, auf einen Markt im tollen Stadtteil „The Rocks“ gehen und stundenlanges grandiosen Straßenmusikern Zuhören kam ebenfalls nicht zu kurz. Das mehrwöchige „Vivid Festival“ war zu dieser Zeit in Sydney im Gange, bei dem viele Sehenswürdigkeiten, Gebäude und andere Gegenstände bei Dunkelheit in verschiedensten Lichtern und Mustern beleuchtet werden - dementsprechend war einiges los!

Opera House
Harbour Bridge
Queen Victoria is watching

Straßenmusiker deluxe

Von Sydney aus ging es mit dem Nachtbus nach Melbourne (12 Stunden Fahrt), eine kunstreiche und wunderschöne Stadt im Südosten Australiens, von wo aus wir den ultimativen Roadtrip unternahmen: die Great Ocean Road! Durch facebook hatten wir zuvor in einer Gruppe gepostet, ob jemand ein Auto zu Verfügung hat und diesen Trip mit uns drei Mädels machen mag – tatsächlich hatte sich direkt jemand gemeldet! Und so saßen wir um 9 Uhr morgens mit dem Franzosen Damien in seinem Auto in Richtung Beginn der Great Ocean Road, die an tollen Aussichtspunkten, zutraulichen Papageien, Wasserfällen, Landschaften, Koalas, durch Regenwald und an der beeindruckenden Küste entlang führt! Wir hatten einen super Tag mit viel Lachen, Fotos schießen und Landschaft genießen. Wieder in der Stadt Melbourne angekommen, trafen wir eine Freundin Dunjas, die uns die schönsten Ecken Melbournes zeigte , mit uns auf einen großen Nachtmarkt ging und uns das beste Shoppingcenter zeigte haha! In Melbourne mussten Dunja und ich uns von Patricia verabschieden, da es für sie nach 12 Tagen schon wieder nach Hause ging. So waren wir nur noch zu zweit auf dem Flug von Melbourne zum nördlichen Cairns. (Erhofft euch bitte nicht zu viel von Schlafmöglichkeiten in Melbourne’s Flughafen, nur weil man sich eine unnötig kurze Nacht im Hostel sparen möchte, da der Flieger schon morgens um 6 geht – der Versuch dort zu schlafen ist bei uns zumindest gescheitert!)

GREAT OCEAN ROAD




Bei der Landung in Cairns kam ich mir vor, als würden wir uns in einer großen weißen Wolke befinden! Das tolle Wetter, das wir bisher hatten, wurde hier von Wolken, Regen und Schwüle abgelöst. Aber nichts desto trotz, konnte unsere Vorfreude auf einen ganz besonderen Trip nicht getrübt werden: Schorcheln im Great Barrier Reef! Nach einer mega guten Nacht in der Bar neben unserem Hostel, ging es am nächsten Morgen in der Früh zum Hafen Cairns‘ von wo aus wir mit „Ocean Freedom“ zum Great Barrier Reef ablegten. Durch das schlechte Wetter hatten wir einen heftigen Wellengang und der ein oder andere musste sich über die Reling bücken… Nach einer Stunde Fahrt und Ankunft am Riff, ging es an die Schnorchelausrüstung und ab in’s 26°C warme Meer (man beachte, es ist gerade Winter in Australien!). Was für eine hammer Erfahrung – Schwimmen mit Meeresschildkröten, Riffhaien und den verschiedensten und bunten Fischen: sowas von ein Highlight meiner Reise! Trotz Erschöpfung nach dem ganzen Tag im Wasser und auf See, stand einer weiteren Nacht in der Bar nichts im Wege. Einstimmende Live-Musik , Cider, freien Sekt für Ladies und ein anschließender Dj machten den Abend perfekt… und so hatten wir am nächsten Morgen nach nur zwei Stunden Schlaf „leichte“ Probleme aus dem Bett zu kommen, auszuchecken und es pünktlich zum Bus zu schaffen, zu dessen Haltestelle wir wie bepackte Esel durch strömenden Regen rennen mussten! Aber nochmal alles gut gegangen – und die sechsstündige Fahrt gab uns etwas Zeit zum ausnüchtern haha!
Riffhai
lunch auf dem Boot

Nächster Stop und neue Erfahrung war die kleine Ortschaft Bingil Bay bei Mission Beach, die direkt am Regenwald liegt, in der wir zum ersten Mal Couchsurfing machten! (Couchsurfing = ein „internetbasiertes Gastfreundschaftsnetzwerk“, durch das man freie Betten in anderen Zuhausen all over the world finden kann.) Das Wetter hatte sich leider noch immer nicht gebessert. Die Hängematte auf dem Balkon kam uns daher gerade Recht und so genossen wir die Sicht auf Meer, exotische Vögel und den Garten, der mit seinen Palmen, Mango-, Bananen- und Sternfruchtbäumen eher einem Regenwald glich. Abends kochte Jonas sogar für uns– eine super erste Couchsurfing-Erfahrung! 


Leider konnten wir nur eine Nacht bleiben und so ging’s am nächsten Tag schon weiter zum unscheinbaren „Bowen“. Dieser Halt kam durch eine Begegnung in Melbourne zu Stande. Hier hatten wir jemanden kennengelernt, bei dessen Eltern wir nun für eine Nacht unterkommen konnten. Anfangs waren wir um ehrlich zu sein etwas geschockt, da wir nicht mit Big Mama und angetrunkenem Dad gerechnet hatten, aber nach witzigen Gesprächen und im Haus angekommen fühlten wir uns direkt wohl. Wir hatten unser eigenes Zimmer mit zwei bequemen Betten, einen Kühlschrank voller Softdrinks, eine Terrasse, auf der sich endlich mal wieder die Sonne blicken ließ und ein köstliches typisch australisches Abendessen! Am nächsten Tag wurden wir sogar noch auf Fish ‘n Chips zum Strand eingeladen, zur Bushaltestelle gebracht und herzlich verabschiedet – selten so gastfreundliche und herzliche Menschen kennengelernt!


Im Bus sitzend wurde uns dann bewusst, was bevorstand: 14 Stunden Busfahrt – juhu! Next Stop: Rainbow Beach. Von hier aus ging’s nämlich zur berühmten Fraser Island, eine paradiesische Insel nur wenige Kilometer vom Festlang entfernt, auf der mehrtägige Touren angeboten werden. Wir waren mit „Pippies Beachhouse“ unterwegs und blieben zuerst  eine Nacht in deren Hostel.  Man trifft sich am vorherigen Tag der eigentlichen Tour, um die Gruppen einzuteilen, pro Gruppe Essen für die nächsten drei Tage einzukaufen und allgemeine Dinge über das Leben auf der Insel zu erfahren. Wichtig hier ist zum Beispiel das Verhalten wenn man einem Dingo begegnet oder wie man richtig auf Sand und im Regenwald Auto fährt – dies war nämlich Teil der Erfahrung, selbst im 4WD auf der Insel fahren! Aufgeklärt, mit Essen, Alkohol undSchlafsäcken ausgestattet, ging es am nächsten Morgen mit  vier Autos und insgesamt 30 Leuten mit der Fähre auf die Insel. Dort verbrachten wir drei wunderschöne Tage und zwei Nächte im Camp: Atemberaubende Sicht auf funkelndes Meer, weißer und goldfarbener Strand, kühle Erfrischungen in glasklaren und türkisblauen Seen, neue Bekanntschaften, anstrengende Wege durch Sanddünen, spannendes Beobachten von Walen, Delfinen, Meeresschildkröten, Rochen und Haien von einer Klippe aus, entspannendes Sonnen, sich auf einem einer Quelle entsprungenen Bach mit Schwimmring treiben lassen, gemütliche Abende am Lagerfeuer und ultimatives Freie-Gefühl, wenn man mit guter Musik, offenen Fenstern und Sonnenbrille auf der Nase auf Sand und am Meer entlang fährt – hach wenn ich gerade die Bilder wieder in meinem Kopf aufleben lasse, kommt sofort das Fernweh in mir auf und ich wünschte ich könnte wieder zurück!




kristallklare Seen




Gruppe 1 - mit unserem Tourguide Brett ganz vorne

Doch auch diese hammer Erfahrung ging irgendwann zu Ende und so saßen wir wieder mit den Autos auf der Fähre zum Festland. Nach tollem letzten Abend mit Musik, Lagerfeuer und netten Leuten in Rainbow Beach, ging es am nächsten Morgen weiter nach Noosa.

Noosa an der Sunshine Coast – Surfer, Beach, Sonne, Meer und einfach easy-going! Diese Stadt hatte uns beiden wirklich super gefallen und ich war traurig zu wissen, dass wir auch hier wieder nur eine Nacht zur Verfügung hatten – aber so ist das nun mal, wenn man sich die ganze Ostküste Australiens in einem Monat reinzieht! Wir übernachteten in dem besten Hostel bisher, schlenderten durch die Stadt, die vielen hübschen Läden, am Meer entlang und machten abends noch ein paar Bars unsicher. Hier hätte es sich wirklich gelohnt, auch noch länger zu bleiben!

Nächster Stop: Brisbane, again! Auch wenn ich gar nicht unbedingt nochmal in diese Stadt hätte gehen müssen, hatten wir dort eine Übernachtung eingeplant, da Dunja von hier aus wieder nach Neuseeland flog, um weitere eineinhalb Monate als Au-Pair zu arbeiten. Zum Abschluss ging es abends mit Leuten aus dem Hostelzimmer Live-Musik-lauschend Cocktails trinken. Damit war dann tatsächlich schon der Zeitpunkt erreicht, ab dem ich „alleine“ für 10 weitere Tage in Australien unterwegs war – aber ganz ehrlich, das war überhaupt kein Problem!

Von Brisbane ging es für mich nach Byron Bay, wo wir schon einmal eine Nacht verbracht hatten und es mir schon damals super gut gefallen hatte. Hier hatte ich für vier Nächte ein Bett in der legendären „Art’s Factory“, in der es total chillig zugeht und es einem nie langweilig wird, da man einfach so viele Leute kennenlernt. Der Zufall wollte es so, dass Sandra und Meike, zwei Freundinnen von zu Hause, zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls in Byron waren. So verbrachten wir tolle Tage zusammen: Strand, Stadt, zusammen Kochen, abends was trinken und weggehen. An einem Abend gab es in der Bar neben dem Hostel eine Open-Mic-Night, was so viel bedeutet, dass man sich spontan in eine Liste einträgt und zwei Songs vor Puplikum  performt. Sobald einer erfahren hatte, dass ich Musik mache, wollten auf einmal alle, dass ich mich eintrage und spiele. Na klar, dachte ich: why not?! Und so saß ich mit Gitarre und Mikro vor Publikum und meiner persönlichen Hostel-Groupie-Gang auf der Bühne – super Abend! Der Tag wurde perfekt, als ich bei einem Quiz im Hostel eine Kajak Fahrt gewann. Somit hatte ich einen hammer letzten Tag in Byron, auch wenn die Kajak-Tour total verregnet war. Während andere dachten, der Trip wäre total versaut, fand ich es einfach nur geil! Ganz ehrlich, die Wellen, der Regen und der anschließende Regenbogen gaben mir ein richtiges Ich-lebe-Gefühl!

Open Mic Night !!
Kayak bei Regen und Wind

Von Byron Bay ging’s erneut nach Sydney und dieses Mal für vier Nächte! Dies gab mir Zeit mehr von Sydney als „nur“ Harbour Bridge, Opera House, The Rocks und George Street zu sehen. Ich besuchte den Botanischen Garten, machte eine kostenlose Stadttour, fuhr mit der Fähre nach Manly, um dort einen 10km Walk entlang der Küste und kleinen Häfen zu laufen und stundenlang die Surfer zu beobachten, schlenderte erneut am Hafen Sydney’s entlang (das könnte man endlos machen, glaubt mir), ging abends mit neuen Freunden aus meinem Hostelzimmer feiern und nahm am vom Hostel organisierten Beach Walk von Coogee Bay über mehrere Strände zum berühmten Bondi Beach teil. Ich mochte Sydney ja beim ersten Mal schon total, aber der zweite Besuch hat dies nochmal getoppt! Der Beach Walk war an meinem letzten Tag in Australien und ganz ehrlich, was gibt es für einen besseren Abschluss als  Strand, Meer, perfektes Wetter, coole Leute, barfuß durch Sand und Salzwasser laufen? – für mich jedenfalls keinen!

Bondi Beach
Blue Mountains
Sydney Harbour
Fähre nach Manly

Surfer beobachten
Manly Scenic Walkway

…und so schnell war meine Reise dann wirklich zu Ende! Beim Stopover in Taipeh überwog zwar die Vorfreude auf meine Familie und die engsten Freunde, aber ich war mir schon dort sicher, dass es nicht lange dauern wird, bis ich sehnsüchtig das Spontane, das Hören von verschiedenen Sprachen, das Meer und einfach das entspannte Leben vermissen werde – und so kam es auch! Ich bin mir aber hundertprozentig sicher, dass diese wunderbare Reise keinen falls meine Letzte war! Es gibt noch so viel mehr von dieser wunderschönen Welt zu erleben und zu erkunden… da wäre es doch absurd, es nur bei dieser einen Reise zu belassen!

Ich liebe mein Leben und diese Erfahrung hat mich zu einem so glücklichen Menschen gemacht. Ich hatte ultra coole, lehrreiche, beeindruckende, interessante, sorgenlose und wunderschöne acht Monate! Ich bin so dankbar, dass ich diese Momente sammeln durfte!

Cheers to that!!

Eure Greta