Hallo Freunde!
Wir sind nun seit 3 Wochen unterwegs und haben schon viel gesehen und erlebt!
Kurz gefasst:
Wir haben ein Auto gekauft. Wir sind längst nicht mehr in Auckland City. Und ja, das Klischee wurde wahr: Wir haben eine Schafsherde gehütet!
Wir haben ein Auto gekauft. Wir sind längst nicht mehr in Auckland City. Und ja, das Klischee wurde wahr: Wir haben eine Schafsherde gehütet!
Doch fangen wir am besten von vorne an.
Wir haben unseren Campervan „Fridolin“ von einem
italienischen Backbacker-Pärchen abgekauft und wir müssen sagen, die lange
Suche war es wert! Wie andere Campervans hat unser Auto auch eine Matratze zum
Schlafen, wir können doch alles so umklappen, dass wir tagsüber auch eine Bank
im hinteren Teil des Autos haben. Was sich für den deutschen Laien vielleicht
unspektakulär anhören mag, ist für den Backpacker an sich ein Vermögen wert. Da das Wetter, wie wir leider
feststellen mussten, SEHR wechselhaft ist und es innerhalb von Sekunden anfängt
zu regnen, konnten wir dank unserer Bank, einige Stunden gemütlich im Auto
verbringen. Wie man hier so schön sagt: In New Zealand you have 4 seasons in
one day (Wenn man den Winter dabei nicht aus deutscher Sicht betrachtet, dann
stimmt das sogar).
| Fridolin- King of the highway |
Doch ich muss noch weiter zurück blicken. Nach dem wir eine
Woche in Hostels verbracht hatten (die Auckland City wohlbemerkt arschteuer und
ausgebucht waren) konnten wir für eine knappe Woche bei unsere lieben Freundin
HALA verbringen. In dem Vorort „Milford“ haben wir wirklich ein paar sehr
schöne Tage verbracht. Zum ersten Mal in unserem Aufenthalt waren wir am Strand
und konnten das Leben einfach nur genießen. Zuvor hatten wir stets den Autokauf
im Hinterkopf, doch zu diesem Zeitpunkt hatten wir diesen bereits vereinbart.
| Hala und ich |
Unter anderem haben Greta und ich einen Ausflug auf die nah gelegene Insel
„Waiheke Island“ unternommen. Hier hatte ich meinen ersten „Breathtaking
moment“, wenn man das so sagen kann. Nach einer kleinen Wanderung hatten wir
einen sagenhaften Ausblick auf den Ozean sowie auf viele kleine Buchten. Zum
ersten Mal seit unserer Ankunft habe ich mich richtig frei gefühlt. Ein Gefühl, welches man schlecht in Worte
fassen kann. Aber vielleicht lasse ich ein paar Bilder für mich sprechen.
| Waiheke Island- traumhaft |
| Find me :) |
Hala und ihre Mutter sind so unglaublich liebe und
zuvorkommende Menschen, dass es uns sehr schwer fiel, sie wieder zu verlassen.
Howida (Halas Mutter) ließ uns nur ungern gehen und gab uns, sehr um unser Wohl
besorgt („You really want to sleep in a car? Are you sure??“), eine Tüte voll
mit Proviant mit auf den Weg.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon unsere erste Wwoofing-
Zusage (Wwoofing bedeutet, dass man für Unterkunft und Verpflegung auf einer
Farm arbeitet). Unsere „Hosts“ leben im Mahurangi Regional Park, welcher 15
Minuten von Warkworth entfernt ist. Um die Zeit bis zu unserem Aufenthalt zu
überbrücken, haben wir 4 Tage in Snells Beach und Umgebung verbracht. Eine süße
Kleinstadt mit einem wunderschönen Strand, an dem man umsonst campen kann,
vorausgesetzt man und tut dies in einem selbstversorgenden Auto. Lassen wir
unseren „Fridolin“ mal als selbstversorgend durchgehen. Wie wir leider
feststellen mussten, handelt es sich bei Snells Beach jedoch auch um ein
absolutes Rentnerdorf. Zum Glück trafen wir noch ein paar andere Backpacker,
die den Altersdurchschnitt senkten. Für eine Nacht haben wir uns dann doch
einen Campingplatz gegönnt. Hier gab es Duschen, saubere Toiletten und sogar
eine Küche. 3 Dinge, die Gold wert sind, glaubt mir :D Tagsüber haben wir ein
paar Ausflüge, unteranderem in den Scandretts Regional Park gemacht. Dort sind
wir einen Track gelaufen, der mitten durch Schafs- und Kuhherden führt und
einen wunderschönen Ausblickspunkt beinhaltet! Wieder einmal „Breathtaking“…Und
wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass Greta und ich mal solche
„Naturburschen“ werden.
Am 17. November ging es dann auf die Farm der „Bottemas“.
Eine absolut liebenswerte, humorvolle und arbeitstüchtige Familie, die ein
großes Stück Land in der besitzt. Papa Jan lebt hier normalerweise zu zweit mit
seiner Frau Debbie. Diese ist momentan jedoch auf Geschäftsreise und Sohn Karl
macht gerade Urlaub zu Hause. Unsere Arbeit sollte hauptsächlich im Haus
stattfinden, da die Hochzeit des ältesten Sohnes Sam bevorsteht (der ist erst
24 Jahre alt und hat sich mit seiner Verlobten Emma gerade seine eigene Farm
gekauft! Könnt ihr euch das bei uns zu Hause vorstellen!?).
Nach unsrer Ankunft, haben wir gleich mal die Umgebung
erkundet. Abends haben wir dann mit Karl „smoked Snapper“, sowas wie eine
Dorade, gegessen. Am zweiten Tag, hatten
wir gerade mit unserer Arbeit begonnen, da kam Ranger Matt vorbei und fragte ob
wir nicht helfen wollen die Schafsherde zu treiben. Das ließen wir uns
natürlich nicht entgehen! Die ganze Herde musste in ein großes Gehege getrieben
werden, um dann die Lämmer von ihren Müttern zu trennen. Das Ganze hat riesen
Spaß gemacht und wir haben uns sehr willkommen gefühlt. Am Tag darauf nahm uns
Matt mit seinem Boot mit aufs Meer und hat uns den Regionalpark von einer
anderen Perspektive gezeigt! Tolles Erlebnis! Wir durften sogar selbst ans
Steuer!
| Salat + smoked snapper: YUMMY |
| Happy Grets |
| Die Farmpeferde Lucky und Fin |
| Rechts seht ihr Martin, er ist der Cousin von Sam und Karl, kommt aus Holland und ist für einen Monat zu Besuch in Neuseeland. |
| Karl auf der Suche nach Muscheln |
| Familien- Oberhaupt Jan :) |
… Und so gehen die Tage hier vorbei, wir lernen viele
Freunde und Familienmitglieder Jans kennen, und nicht selten sitzt man beim
Abendessen zu acht am Tisch. Da fällt
mir ein, an einem Abend haben Greta und
ich Spätzle für die ganze Truppe gemacht, die kamen sehr gut an! Der gute
badische Ruf wird also gewahrt.
Vormittags arbeiten wir, mittags gehen wir an den Strand, unternehmen etwas mit
der Familie, oder schauen uns die Umgebung an. Abends kocht und isst man
zusammen- und schon ist der Tag wieder vorbei.
Das Wetter wird übrigens auch endlich besser und man kann
den Sommer endlich kommen sehen! Wir planen nun nach einer weiteren Woche hier,
weiter in Richtung Norden zu fahren. Richtung Bay of Islands, wo man angeblich
mit den Delfinen schwimmen kann. Wer weiß wohin uns unsere Reise führen wird.
Bis bald!
- Lena