Kia Ora, ihr Lieben! Geht's euch gut?
Ich sitze gerade in Ahipara am Strand, genieße den Abend und denke mir: Es ist mal wieder Zeit für einen neuen Blogeintrag!
Nachdem wir die Bottemas verlassen hatten, machten wir uns weiter auf in Richtung Norden. Unter anderem machten wir Halt am "Uretiti Beach". Der DOC (Department of Conservation, betreibt überall im Land Campingplätze, Wanderwege, etc.) hat hier einen wunderschönen Campingplatz, wo wir es uns nicht nehmen ließen eine Nacht zu bleiben. Dort haben wir eine deutsche Familie aus Esslingen kennengelernt... In Auckland machten wir auch schon Bekanntschaft mit einem jungen Herrn aus Sinzheim. Jaja, die Welt ist also klein.
Allgemein ist es unglaublich wie viele Deutsche man hier antrifft. Natürlich ist es einfacher in seiner Muttersprache zu kommunizieren, auf Dauer möchte man dann aber doch sein Englisch verbesseren und Menschen anderer Nationen kennenlernen. An einem Abend hatten wir am "Matapouri Bay" übernachtet, ein wunderschöner Spot! Dort trafen wir 2 Mädels (Miri und Sonja) wieder, die wir davor schon in "Te Arai " kennengelernt hatten. Auf dem Parkplatz waren circa 7 Campervans and guess what... alle Autobesitzer waren Deutsch! Am Abend haben wir noch alle gemeinsam am Lagerfeuer gesessen, was die Urlaubs-Atmosphäre perfekt machte.
Unsere Reise führte uns weiter über Whangarei nach Paihia, wo wir dann tatsächlich einen Kuppenheimer trafen! Hier spielte der Zufall aber eine geringere Rolle. Sascha und sein holländischer Reisekompane Robert waren bereits ein paar Tage in Paihia und wir gesellten uns zu ihnen auf den Campingplatz. Gemeinsam machten wir eine kleine Kajaktour, die für mich persönlich sehr entspannt war (mal sehen ob Sascha, mit dem ich mir ein Kajak teilte, da anderer Meinung ist :D ). Gegen Abend trafen noch ein paar weitere deutsche Mädels ein, die wir bereits kannten und alle zusammen machten wir Musik bis spät in die Nacht. Am Tag darauf machten Greta und ich eine Wanderung, die entlang der Küste führte und ein paar tolle Ausblicke beinhaltete.
Am 8. Dezember ging es dann nach Kerikeri zu unserem 2. Wwoofing Host. Voller Vorfreude, aufgrund unserer ersten guten Erfahrung, kamen wir also Montags an. Schließlich ließ uns das Online- Profil der Thai/Kiwi- Familie nur Gutes erwarten: Tim und Yuan betreiben einen Gartencenter und bieten Verpflegung und Unterkunft gegen 4 Stunden Arbeit am Tag. Es sind auch noch einige andere Backpacker zu Besuch, sodass es nicht langweilig wird. Soweit so gut. Wir betreten also den Wohnbereich, doch was wir sehen lässt unsere Vorfreude im null komma nichts wieder verschwinden. Halbherzig werden wir von unseren Gastgebern begrüßt und herumgeführt. Der erste Eindruck kann ja bekanntlich täuschen, doch nicht so in diesem Fall. Die Küche könnte man als eigenständiges Bioreservat ernennen, die Dusche hat vermutlich noch nie einen Putzlappen gesehen und überall liegt ein Muffelgeruch in der Luft. Vielleicht denkt sich jetzt der ein oder andere ich würde übertreiben, aber nein, glaubt mir, diese Bruchbude war wirklich eine Zumutung.
Wir konnten dann vereinbaren, statt geplanten 3 Wochen, nur eine Woche zu bleiben. Die Zeit war also absehbar und wir versuchten das Positive zu sehen. Und siehe da, wir wurden fündig! Die Arbeit war wirklich gut machbar und es machte einfach Spaß, draußen an der frischen Luft zu arbeiten. Wir freundeten uns mit den anderen Wwoofern an und auch hier haben wir unsere Gitarre ausgepackt und zusammen musiziert. Auch wenn wir uns die meiste Zeit nicht getraut hatten, irgendetwas in der Küche anzufassen, hatten wir schöne Abende bei denen jeder etwas zum "Dinner" beisteuerte. Der Sohn von Tim bereitete oftmals Kino-Abende vor, bei denen wir "Herr der Ringe" 1-3 angeschaut haben, in Neuseeland ja eigentlich ein Muss :)
Am Samstag sind wir dann abgereist. Der Abschied viel uns nicht all zu schwer und wir waren froh endlich weiter ziehen zu können.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung "Far North", doch das Wetter spielte leider verrückt. Am Abend stellten wir uns an eine Bucht im "Doubtless Bay", doch wollten die Nacht eigentlich nicht direkt am Meer verbringen, weil es zu diesem Zeitpunkt schon unglaublich stürmte. Doch als wir uns wieder auf den Weg machen wollten sprang unser Auto nicht mehr an! Wir verkrochen uns also in unserer Einzimmerwohnung und hofften, dass in der Nacht die Welt nicht untergeht. Am nächsten Morgen war tatsächlich noch jeder Baum an Ort und Stelle und siehe da, Wunder gibt es immer wieder: Unser Auto hat sich dazu entschieden wieder anzuspringen!
Wir machten nun Stop am "Rarawa Beach", einem langen Sandstrand, der unter normalen Umständen vermutlich einfach schön anzusehen ist, doch nicht so an diesem Tag. Das Wetter hatte sich immernoch nicht beruhigt, weshalb der ganze Strand von dichten Nebelwolken überzogen war. Unsere Sicht reichte vielleicht 30 Meter, doch dann schien man vor einer weißen Wand zu stehen. Gerade eben noch bei klarer Sicht auf dem Highway, umgab uns nun eine mystische Aura, zumal der Sand, wie der Nebel, weiß war und keine Menschensseele zu sehen war.
Am selbigen Tag sind wir noch weiter richtung Cape Reinga (dem fast nördlichsten Punkt Neuseelands) gefahren. Dort residierten wir an einem traumhaften DOC- Campingplatz, der nur 6 Dollar pro Person kostete. Nachdem wir uns ins kalte Meer gewagt hatten, ließen wir den Abend mit einem Glas Wein in der Hand ausklingen.
Am nächsten Morgen ging es dann direkt ans Cape Reinga und da war er wieder... der "breathtaking moment".Die ganze Kulisse ist so atemberaubend, dass man das Gefühl hat ihr nicht gerecht zu werden, wenn man ein "Wow, das ist so schön" von sich lässt. Auch die Kamera kann diese Schönheit nicht voll und ganz einfangen. Ich hoffe wirklich, dass ich die Bilder, die ich "mental knipse" in 10 Jahren noch genauso abrufen kann.
Gegen Mittag sind wir dann nach Ahipara, wo übrigens der bekannte "90 Mile Beach" endet, gefahren. An diesem Strand kann man sogar mit dem Auto fahren. Wir haben uns mit unserem "Fridolin" circa 10 Meter hinein getraut, unseren Klapptisch aufgebaut und dann gemütlich Abend gegessen. Als wir wieder aufbrechen wollten, mussten wir jedoch feststellen, dass wir komplett im Sand stecken geblieben sind. Nachdem uns 3 Surfer-Boys nicht befreien konnten, kam zum Glück ein Maori vorbei, der ein stabiles Seil in seinem Geländewagen hatte und uns somit abschleppen konnte. Merke: Der 90 Mile Beach kann auch schon nach 10 Metern enden!
Die Sonne ist mittlerweile längst untergegangen und ich kuschle mich dann mal zu Greta ins Auto, die sich vor Mücken schützen wollte. Diese sind hier nämlich wirklich von einer anderen Welt. Oder zumindest vom anderen Ende der Welt!
Macht's gut und genießt die Vorweihnachtszeit!
- Lena
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